TSV Rudelzhausen

Emotionale Diskussion bei Versammlung der Fußballabteilung: Noch viel Gesprächsbedarf bei Jugendarbeit

Bericht aus der Hallertauer Zeitung vom 09. Juni 2008

TSV befürwortet „vorrangige“ Spielgemeinschaft mit Tegernbach für einzelne Altersgruppen

Von Christine Hainzinger

Rudelzhausen. Diskussionsbedarf gab es reichlich, seit Ende März vom SC Tegernbach die Fusionsvereinbarung für den Bereich Fußball, die seit acht Jahren mit dem TSV Rudelzhausen bestand, gekündigt wurde. Im Herrenbereich arbeiten beide Vereine ab der kommenden Saison getrennt. Noch ungeklärt war, was im  Nachwuchsbereich passieren soll. Zu einer Versammlung hatte die Fußballabteilung deshalb am Freitag ins TSV-Sportheim geladen, wozu 70 Mitglieder, darunter viele Eltern, kamen. Obwohl dabei der erste Schritt zur weiteren Zusammenarbeit gemacht wurde, sind noch viele Fragen offen.

Schnell wurde im Sportheim emotional diskutiert, nachdem die beiden Fußball-Abteilungsleiter Jens Engelmann und Christoph Spitzer die Versammlung eröffnet hatten. Endlich mal Klärung“ sollte geschaffen werden, so Engelmann: Der SC Tegernbach hat die Fusionsvereinbarung leider gekündigt, mit dem Hauptgrund, dass in Tegernbach nicht mehr gespielt wird. Im Jugendbereich strebt der SC eine Spielgemeinschaft mit Rudelzhausen an. Der TSV kann sich grundsätzlich die Zusammenarbeit vorstellen, eine generelle Spielgemeinschaft wird es nach einem Beschluss des Vorstands aber nicht geben. Wenn der TSV eine eigene Mannschaft in einer Altersklasse melden kann, hat dies Vorrang gegenüber einer Spielgemeinschaft.“ Die Reaktionen darauf ließen nicht lange auf sich warten. Aus den Tegernbacher Reihen kamen Wortmeldungen wie „wenn ihr das schon beschlossen habt, ist das ein Schmarrn“. Engelmann betonte, dass wir nicht generell gegen eine Zusammenarbeit im Jugendbereich sind, aber gegen eine generelle Spielgemeinschaft“.

Viele Fragen mussten die beiden Fußball-Abteilungsleiter Christoph Spitzer und Jens Engelmann (rechts) beantworten, bevor über die Zusammenarbeit im Jugendbereich abgestimmt wurde.                 Foto: Hainzinger

SC-Vorsitzender Georg Gschlößl meinte, „dass wir die Kinder zusammen lassen sollten. Längerfristig führt an einer Zusammenarbeit kein Weg vorbei. Jetzt wäre die Gelegenheit, neu zu starten und alles genau abzuklären“. Als Gründe, die gegen eine Spielgemeinschaft sprechen, führte Engelmann Situationen wie die Trainerbesetzung an.

Dass „auf Kosten der jungen Buben alte Animositäten ausgetragen werden,“ wurde mehrmals von den Mitgliedern geäußert. Unter den Anwesenden ging der Tenor während der teilweise lautstarken Diskussion klar in Richtung Spielgemeinschaft. Erich Haydn, derzeit zweiter Jugendleiter, hatte eine Liste mit allen Jugendspielern dabei. Insgesamt 100 Nachwuchskicker aus Rudelzhausen und Tegernbach spielen in den verschiedenen Altersklassen von den A-Juriioren bis zu den Bambini. Rund 40 davon kommen aus Tegernbach. „Egal welche Altersklasse, weder Rudelzhausen noch Tegernbach bringt selber eine Mannschaft zusammen,“ so Haydn. Die anwesenden Eltern ärgerte, dass vom TSV eine Jugend-Spielgemeinschaft in einer einzelnen Altersklasse „mit jeder Mannschaft“ eingegangen werden könnte – also nicht unbedingt primär mit Tegernbach. 

Ob die Entscheidung des TSV-Vorstands gegen die generelle Spielgemeinschaft zurückgenommen werden könne, wurde daraufhin diskutiert. Mehr als 20 Minuten wurde die Versammlung unterbrochen, vor dem Sportheim diskutierten daraufhin der Vorstand des TSV und die Verantwortlichen der Fußballabteilung.

Mit Stimmzetteln ausgestattet kamen Jens Engelmann und Christoph Spitzer daraufhin zurück. Darüber, dass eine Spielgemeinschaft vorzugsweise nur mit dem SC in jeweiligen Altersklassen befürwortet wird“, stimmten die 35 wahlberechtigten Mitglieder der Fußballabteilung ab. Mehrere Eltern der Nachwuchsspieler waren wegen der rechtlichen Bedingung, dass nur Mitglieder der Abteilung abstimmen dürfen, nicht stimmberechtigt. Dass der Sachverhalt, über den abgestimmt wurde, „mit dem Vorstand besprochen, aber noch nicht beschlossen ist“, betonte Engelmann. Ebenso, dass zwischen dem TSV und dem SC noch intensive Verhandlungen über die Trainer, die Jugendleiter, den federführenden Verein (der das Aufstiegsrecht besitzt) sowie die finanziellen Aspekte geführt werden müssen. „Und wenn es mit den Spielern aus Rudelzhausen und Tegernbach noch nicht für eine Mannschaft langt, dann müssen wir noch einen dritten Verein hinzuziehen,“ so Engelmann. 

33 Stimmzettel wurden schließlich abgegeben, 30 Mitglieder befürworteten die Lösung, drei stimmten mit Nein. Der SC hält übrigens am Sonntag eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, bei der die Leitung der neugegründeten Fußballabteilung gewählt wird.