TSV Rudelzhausen

Nach dem Rücktritt von Hans Ruhland übernimmt ein Ex-Auer: Neuer Trainer will Hierarchie und Teamstärke

Bericht aus der Hallertauer Zeitung vom  10. Oktober 2007

Christian Müller peilt mit dem TSV mittelfristig die Etablierung in der Kreisklasse an

Rudelzhausen/Au (hai). Schwere Spiele stehen für die Kicker des TSV in den nächsten Wochen an, gegen die „Top fünf“ der Kreisklasse muss das Team ran. „Wenn du die verlierst, kann es das mit der Trainerkarriere schon gewesen sein,“ dachte sich der neue Coach der ersten Mannschaft, nachdem er vergangene Woche kurzfristig die Truppe von Hans Ruhland übernommen hat. Für den neuen Spielertrainer Christian Müller, der fast zwei Jahrzehnte für den TSV Au die Fußballstiefel schnürte, gab es. mit einem 3:1-Sieg gegen Echings „Zweite“ aber den erhofften guten Einstand und so formuliert der neue Spielertrainer auch optimistische Ziele.

Kurzfristig der Klassenerhalt, mittelfristig die Etablierung in der Kreisklasse, benennt Müller den Weg, den er mit dem TSV gehen will. Am Anfang steht für den neuen Trainer auch die Auseinandersetzung mit dem „Warum“ seines Amtsantrittes. Sein Vorgänger Hans Rühland hatte der Mannschaft beim Donnerstagstraining vergangene Woche mitgeteilt, dass er als Coach nicht länger zur Verfügung stehe.

Hans ist als Spielertrainer angetreten, er wollte immer lieber spielen als Trainer sein,“ erklärte Müller am Montagabend im Sportheim, als ihn die Abteilungsleitung offiziell als neuen Trainer präsentierte.

Hinter dem neuen Trainer Christian Müller stehen die Fußball-Verantwortlichen beim TSV: Die Abteilungsleiter Josef Schauer (links) und Edi Hohmann (2.v.r.) sowie zweiter Vorsitzender Werner Rauscher (rechts). Wieland Scheeer (2.v.l.) assistiert Müller.     Foto: Hainzinger

Weil sich Ruhland aber im März einen Knorpelriss im Knie zuzog und auf unbestimmte Zeit ausfällt, „hat er in einer Situation, in der er der Mannschaft als Spielertrainer nicht helfen kann, die Konsequenzen gezogen, um sich um seine Gesundheit zu kümmern,“ nannte sein Nachfolger als offiziellen Grund für den Rücktritt von Ruhland, der in der vergangenen Saison den TSV von der A- in die Kreisklasse führte.

Vor der Aufstiegssaison kam Christian Müller aus Au nach Rudelzhausen. In der Nachbargemeinde spielte er von 1987 bis 2006 in der „Ersten“, war davon zwölf Jahre Spielführer, begann mit dem Trainerschein und trainierte ein Jahr die „Zweite“. Nach Rudelzhausen führte sein Weg „wegen der Verjüngung der Auer Mannschaft und meinem Ehrgeiz, weiter in einer ersten Mannschaft zu spielen,“ sagt der 37-Jährige. Für 2008 hatte er den Einstieg ins Trainergeschäft geplant, jedoch nicht fixiert auf Rudelzhausen. „Andere Angebote waren bereits da,“ gibt er preis. Durch die unerwartete Wendung in Rudelzhausen habe sich für ihn nun aber seine Zukunftsfrage geklärt: „Hier finde ich das sportliche Umfeld perfekt und meine Frau und meine Tochter fühlen sich auch sehr wohl.“ Die TSV-Führung sieht ihn als „unbefristete Lösung“. 

Müller betonte, „dass das Verhältnis Ruhland/Müller nach wie vor sehr gut ist“, worin ihm auch Spielführer Christoph Spitzer beipflichtete. „Für das Team war es hart, dass Hans als Spieler ausfällt und es ist nicht einfach, dass er als Trainer aufgehört hat, aber die Mannschaft steht voll hinter dem Chris,“ sagt der Kapitän, der mit Müller früher in Au kickte. Der stellvertretende TSV-Vorsitzende Werner Rauscher wusste zu berichten, „dass es nicht ausgeschlossen ist, dass Ruhland wieder bei uns spielt, wenn er fit ist“. Als Zuschauer erwartet der TSV den Ex-Trainer aber sicher.

Eine „Hierarchie“ in der Mannschaft will Müller herbeiführen, als wichtige Stützen im Team nennt er Spitzer, „Oldie“ Werner Rauscher und Peter Huber. Müller selbst kickt als Libero weiter, „aber wenn gute junge Spieler nachkommen, warum sollte ich dann weiterspielen?“ Sein „verlängerter Arm nach draußen“ ist Torwarttrainer Wieland Scheer, der zum „Trainer-Assistent“ aufrückt.

Von Ruhland sieht Müller, der während der Verletzung seines Vorgängers bereits das Training leitete, „eine konditionell starke Truppe hinterlassen“. Mit Ruhland wolle er sich aber nicht vergleichen. Müller will „eine gute Mischung“ aus erfahrenen und jungen Spielern finden, hofft auf gute Trainingsbeteiligung und Motivation in der Truppe. „Die junge Mannschaft kann noch nicht erfahren für die Kreisklasse sein, aber mit Teamstärke können wir es schaffen,“ gibt er sich optimistisch. Nur über den Kampf will Müller aber nicht gewinnen, „meine Aufgabe ist es, der Mannschaft das Spielen zu lernen.“