TSV Rudelzhausen

Neuwahlen beim Sportverein mit überraschendem Ergebnis: Lorenz Heigl wieder TSV-Vorsitzender

Bericht aus der Hallertauer Zeitung vom  21. August 2006

Rest der Vorstandschaft im Amt bestätigt – Günther Dumsky kandidiert nicht mehr

Rudelzhausen/Tegernbach (tk). Vor Beginn der Jahreshauptversammlung beim Sportverein hielt es niemand für möglich, dass sich ein neuer Vorsitzender finden würde. Günther Dumsky , der das Amt vier Jahre ausgeübt hatte kandidierte aus beruflichen Gründen nicht mehr. Die Nachfolgersuche blieb ohne Erfolg und so musste am Freitagabend kurzerhand eine Entscheidung getroffen werden. Erst nach einer Wahlunterbrechung mit hitziger Diskussionen fand sich eine überraschende Lösung: Ehrenvorsitzender Lorenz Heigl erklärte sich bereit und wurde einstimmig gewählt.  

Im Vereinsheim begrüßte Dumsky vor allem Bürgermeister Konrad Schickaneder, Ehrenvorsitzenden Lorenz Heigl sowie die Ehrenmitglieder Georg Ostermeier und Xaver Weiher. Nach einer Gedenkminute an die Verstorbenen trug Dumsky den Jahresbericht vor. Nebst Candy-Night waren der Sportlerball beim Maierwirt und das Münsterer-Benefizspiel mit 800 Besuchern die Glanzpunkte des vergangenen Jahres. 

Lorenz Heigl (3. v. l.) ist Nachfolger von Günther Dumsky
 (rechts) und damit wieder Vorsitzender des TSV Rudelzhausen/Tegernbach. Unser Bild zeigt ihn zusammen mit der übrigen Vorstandschaft und Bürgermeister Konrad Schickaneder (links).  

Auch zu erwähnen war das 31. Volksfest. Der TSV habe sein Angebot an Speisen erweitert und das Team in der Hähnchenbraterei sei neu gewesen. Es habe zwar „kleine Problemchen“ gegeben, diese seien aber „Super gemeistert“ worden. Einen Kritikpunkt musste der TSV-Chef dennoch anbringen: „Der Abbau des Zeltes war auch dieses Jahr nicht nur durch das schlechte Wetter erschwert, wie auch schon in den letzten Jahren ist die Bereitschaft gerade der jüngeren Mitglieder zurückgegangen.“ Den freiwilligen Helfern sprach Dumsky ein „herzliches vergelts Gott aus.  

Besonders erwähnenswert fand der Vorsitzende die beachtliche Leistung der Fußballer. Nachdem sie in der Saison 2005/06 den Abstieg aus der A-Klasse verhindert hätten, werde nun hart am Aufstieg in die Kreisklasse gearbeitet. Dass sie da stün­den, wo sie hingehörten hätten sie vor allem ihrem Trainer Hans Ruhland zu verdanken.

Im Anschluss daran wurde der Kassenbericht verlesen. „Ohne Geld geht nichts im Verein“ bekamen die Mitglieder von Kassier PeterGeier zu hören. Da die Jugendarbeit im Verein groß geschrieben würde, seien 245 der derzeit 646 Mitglieder unter 18 Jahre. Neu sei die Bandenwerbung am Sportplatz, an der sich 51 Firmen beteiligen. Der Verein stehe finanziell gut da und „er lebt“.

Dies konnten ihm auch die Abteilungsleiter Evi Lewandowsky (Tennis), Bernd Todtenbier (Taekwondo) und Edmund Hohmann (Fußball) bestätigen. Alle Abteilungen haben ein ereignisreiches Jahr mit zahlreichen Wettkämpfen und Veranstaltungen hinter sich gebracht. Doch die Aufstiegseuphorie des Vorsitzenden musste Hohmann ein wenig trüben: „Die Mannschaft soll schönen Fußball spielen. Wir sehen uns nicht als Titelfavorit„.

Bevor der Vorstandschaft Entlastung erteilt wurde, dankte Günther Dumsky seinen Kollegen für die vierjährige Zusammenarbeit und überreichte ihnen ein kleines Präsent. Es habe zwar oftmals kontroverse Meinungen gegeben, aber dies sei dem verein stets zu Gute gekommen.

Bürgermeister Konrad Schickaneder ahnte schon, dass es keine leichte Wahl werden würde. Sein Ziel als Wahlleiter jedoch war es, eine „vernünftige und starke Vorstandschaft“ zu benennen. Zweiter Vorsitzender Werner Rauscher appelierte an die Mitglieder, dass sich jeder im Verein zu engagieren habe und die Arbeit nicht immer nur an einem Einzigen hängen bleiben dürfe. Beide forderten die Anwesenden auf, sich einen Ruck zu geben, anzupacken und über den eigenen Schatten zu springen.

Da sich jeder in Schweigen hüllte, unterbrach das Gemeindeoberhaupt die Wahl. In der viertelstündigen Pause fanden dann hitzige Diskussionen an den Tischen statt und Köpfe wurden zusammengesteckt. Erfolgversprechend wurde die Wahl dann fortgesetzt. Nach langem Zureden erklärte sich Ehrenvorsitzender Lorenz Heigl bereit, den Vorsitz auf zwei Jahre zu übernehmen. Mit „ab 60 geht die Karriere erst mal wieder los“ gratulierte ihm Konrad Schickaneder und wies darauf hin, dass auch beim SC Tegernbach vor der Fusion schon einmal der ehemalige Ehrenvorsitzende zum Chef gewählt wurde. Im weiteren Verlauf wurden Werner Rauscher (zweiter Vorsitzender), Peter Geier (erster Kassier), Alois Winkler (2.Kassier) und Birgit Riester (Schriftführerin) in ihren Ämtern einstimmig bestätigt.

Günther Dumsky war „froh und stolz, dass es doch noch geklappt hat“. Lorenz Heigl sei die Entscheidung alles andere als leicht gefallen. Er hoffe aber, dass es wieder so gut werde wie in dessen letzter Amtsperiode (Anm. d. Redaktion: Heigl war 21 Jahre zweiter, sechs Jahre erster Vorsitzender und pausierte dann sechs Jahre). „In zwei Jahren bin ich 65 und werde definitiv nicht mehr antreten“ teilte der neue TSV-Chef mit.