TSV Rudelzhausen

Kleine „Führungskrise“ in Tennisabteilung

Bericht aus der Hallertauer Zeitung vom  28. Oktober 2002

Abteilung kämpft mit ähnlichen Problemen wie der Hauptverein

Evi Lewandowsky neue Leiterin – Wenig Interesse der Mitglieder an Ausschüssen

Rudelzhausen (hai). Ähnlich wie der Hauptverein, dessen Generalversammlung vor Wochenfrist schließlich platzte, hat auch die Tennisabteilung des TSV mit einer „Führungskrise“ zu kämpfen. Die wichtigsten Posten konnten bei der Jahresabschlussversammlung am Freitag im Sportheim zwar besetzt werden. Abgebrochen werden musste jedoch auch bei der Tennisabteilung die Wahl, da sich nur wenige Mitglieder bereit erklärten, Engagement für die Arbeit im Ausschuss der Abteilung aufzubringen. Enttäuscht darüber zeigte die neue Abteilungsleiterin Evi Lewandowsky, die Konrad Bauer in seinem Amt beerbte.

Neben dem bisherigen Abteilungsleiter, der sein Amt nach vier Jahren niederlegte, beendeten noch fünf weitere Mitglieder der Vorstandschaft ihre Arbeit im Führungsteam. „Intensive Gespräche“ waren deshalb laut Konrad Bauer im Vorfeld der Neuwahlen nötig. Allerdings ohne den gewünschten Erfolg: „Es ist uns nicht so gelungen, wie wir uns das vorgestellt haben. Alle Ämter haben wir nicht angebracht,“ zeigte sich der scheidende Abteilungsleiter enttäuscht. Bauer selbst räumte seinen Posten, „weil man nach vier Jahren etwas abstumpft und jetzt die Zeit für neue Ideen und für frischen Wind gekommen ist“.

Dezimiert präsentiert sich die neue Tennis-Abteilungsleitung. Evi Lewandowsky (rechts) übernimmt den Führungsposten, muss aber auf zwei Ausschussmitglieder verzichten. 

Keine Probleme gab es aber, zumindest die wichtigsten Posten zu besetzen. Einstimmig sprachen sich die 35 anwesenden Mitglieder für Evi Lewandowsky als Nachfolgerin von Bauer aus. Als zweiter Abteilungsleiter beerbt Paul Petz den ebenfalls ausscheidenden Sebastian Kühnel. Josef Osterneier folgt Nikolaus Hofmann als Kassier. Marion Schwertl übernimmt das Schriftführeramt von Robert Schranner.
Die Befürchtungen von Konrad Bauer wurden jedoch bei der Besetzung der Posten im Abteilungsausschuss bestätigt. Lediglich Josef Rauscher und Helga Niedermaier stellten sich für ein Amt zur Verfügung. Sämtliche Überredungsversuche der neuen Vorstandschaft und Wahlleiter Franz Nadler blieben ohne Erfolg, als es um die Werbung weiterer Mitglieder für den Ausschuss ging. Wie beim Hauptverein war auch bei der Tennisabteilung der Abbruch der Wahl die Konsequenz. Zwar könne die Abteilung auch mit nur zwei Mitgliedern im Beirat ihre Arbeit in den nächsten zwei Jahren weiterführen, für die Mitglieder der Führungsmannschaft werde die Arbeit dadurch aber erschwert, sprach „Noch-TSV-Chef“ Franz Nadler die Folgen der Wahl an.
Dass der neuen Abteilungsleitung kein erfreulicher Start beschert wurde, verstimmte auch Evi Lewandowsky. „Traurig“ fand sie es, dass „trotz der super Rahmenbedingungen, die in der Tennisabteilung herrschen, das Engagement der Mitglieder so abfällt“. Da auch der bisherige Jugendleiter Konrad Schickaneder seinen Posten räumt, entstehe zudem im Nachwuchsbereich eine große Lücke. „Jetzt müssen auch die Betreuer und Eltern mehr Aufgaben übernehmen,“ bat sie um Mithilfe bei der Jugendarbeit. Auch, dem, „dass sich einige Mitgliederwohl gefragt haben: „Ja wie seids denn auf die gekommen?“ wollte Evi Lewandowsky sogleich entgegen treten. Mit der neuen Abteilungsleitung wolle sie sich in den nächsten zwei Jahren bemühen, das Bestmögliche für die Tennisler zu leisten. Gelingen könne ihr und der Führungsmannschaft dies aber nur, „wenn auch von den Mitgliedern viel Arbeitseinsatz und Engagement gezeigt wird.“

Dass die Rahmenbedingungen stimmen, bewiesen die Zahlen, die Konrad Bauer vorlegen konnte. 161 Mitglieder zählt die Tennisabteilung derzeit, davon 59 Jugendliche. Fast durchwegs gute Platzierungen erreichten die acht Mannschaften in der abgelaufenen Spielzeit. Auch die finanzielle Bilanz des vergangen en Jahres fiel positiv aus. Die Ausgaben in Höhe von 13256 Euro konnten durch die 15632 Euro an Einnahmen mehr als abgedeckt werden.